Der Raum ist eigentlich schön. Offen, hell, modern eingerichtet. Und trotzdem stimmt etwas nicht.
Gespräche klingen plötzlich viel lauter als erwartet. Beim Telefonieren versteht man sein Gegenüber schlechter. Stimmen, Schritte und das Klappern von Geschirr scheinen noch einen Moment im Raum zu bleiben. Sind mehrere Menschen gleichzeitig da, wird es schnell anstrengend.
Der Raum hallt.
Das passiert besonders häufig in modernen Räumen mit vielen glatten und harten Oberflächen: Glas, Beton, große Fenster, glatte Wände oder Fliesen reflektieren den Schall, statt ihn aufzunehmen.
Die gute Nachricht: Um Nachhall zu reduzieren, müssen Sie Ihren Raum weder komplett umgestalten noch sämtliche freien Flächen mit Akustikelementen bedecken.
Entscheidend ist, die richtigen Flächen mit wirksamen Schallabsorbern zu versehen.
Warum hallt mein Raum überhaupt?
Schall breitet sich von einer Schallquelle – zum Beispiel unserer Stimme – im Raum aus und trifft auf Wände, Decke, Boden, Fenster und Möbel.
Harte Oberflächen werfen einen großen Teil dieser Schallenergie zurück in den Raum. Der Schall wird mehrfach reflektiert und klingt nach. Genau diesen Effekt nehmen wir als Hall oder Nachhall wahr.
Je länger der Schall im Raum bleibt, desto unruhiger wirkt die akustische Umgebung.
Besonders auffällig wird das in Räumen mit:
- großen Fensterflächen
- Beton, Fliesen oder anderen harten Böden
- glatten Wänden und Decken
- wenigen textilen Materialien
- hohen Decken
- offener Architektur
- wenig Einrichtung
Dabei ist Nachhall nicht nur ein Komfortproblem. Eine schlechte Raumakustik kann Gespräche erschweren, die Konzentration beeinträchtigen und dazu führen, dass wir unbewusst immer lauter sprechen.
Was also hilft?
1. Schallabsorbierende Flächen schaffen
Der wichtigste Schritt ist gleichzeitig der wirkungsvollste: Wenn im Raum zu viele schallharte Flächen vorhanden sind, brauchen wir Flächen, die Schall aufnehmen.
Dafür werden Schallabsorber eingesetzt.
Sie sorgen dafür, dass auftreffender Schall nicht einfach wieder vollständig in den Raum zurückgeworfen wird. Ein Teil der Schallenergie wird im Material aufgenommen. Dadurch werden Reflexionen reduziert und die Nachhallzeit sinkt.
Der Unterschied ist häufig unmittelbar wahrnehmbar: Stimmen klingen klarer, Gespräche werden angenehmer und der gesamte Raum wirkt ruhiger.
Wichtig ist allerdings: Schallabsorber ist nicht gleich Schallabsorber.
Achten Sie deshalb nicht nur auf die Optik oder die Größe eines Produktes, sondern vor allem auf seine geprüfte akustische Wirksamkeit.
2. Nicht möglichst viel – sondern die richtige Menge einsetzen
Ein häufiger Gedanke lautet:
"Wenn der Raum stark hallt, brauche ich wahrscheinlich sehr viele Akustikelemente."
Nicht unbedingt.
Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Raumgröße, vorhandenen Oberflächen, Nutzung und Absorptionsleistung der eingesetzten Materialien.
Ein hochwirksamer Absorber kann wesentlich mehr Schall aufnehmen als ein dünnes dekoratives Akustikelement. Deshalb lässt sich die benötigte Menge nicht allein anhand der Anzahl der Bilder oder Paneele bestimmen.
Das Ziel sollte nicht sein, möglichst viele Akustikelemente unterzubringen, sondern mit möglichst wenig Fläche die gewünschte akustische Wirkung zu erreichen.
Das erhält die Architektur des Raumes – und ist meist auch wirtschaftlicher.

3. Freie Wandflächen gezielt nutzen
Wände bieten sich besonders gut an, um einen halligen Raum akustisch zu verbessern.
Akustikbilder verbinden dabei zwei Funktionen: Sie reduzieren störende Schallreflexionen und werden gleichzeitig Teil der Raumgestaltung.
Statt technischer Akustiklösungen können so beispielsweise eigene Fotografien, Kunstmotive, Naturaufnahmen, Corporate Designs oder ruhige Farbflächen eingesetzt werden.
Das ist besonders interessant, wenn Sie sich zwar weniger Hall wünschen, Ihren Raum aber nicht wie ein Tonstudio aussehen lassen möchten.
Gerade in Büros, Praxen, Besprechungsräumen, Wohnräumen oder Empfangsbereichen lässt sich Akustik so sehr selbstverständlich in die bestehende Gestaltung integrieren.
4. Die Decke einbeziehen
Es gibt kaum freie Wandflächen? Große Fenster, Schränke, Regale oder Kunst nehmen bereits einen Großteil der Wände ein?
Dann lohnt sich der Blick nach oben.
Akustik-Deckensegel nutzen eine Fläche, die ansonsten häufig ungenutzt bleibt. Sie eignen sich deshalb besonders für Büros, Besprechungsräume, Küchen, Essbereiche oder Räume mit großen Glasflächen.
Ein weiterer Vorteil: Abgehängte Deckensegel können Schall über ihre sichtbare Fläche und – abhängig von Konstruktion und Abstand zur Decke – zusätzlich sehr effektiv im Raum aufnehmen.
So lässt sich die Raumakustik verbessern, ohne wertvolle Wandfläche zu verlieren.
5. Schall dort reduzieren, wo er entsteht
Nicht jedes Akustikelement muss irgendwo am Rand des Raumes hängen.
Gerade in größeren oder offenen Räumen ist es sinnvoll, Akustik möglichst nah an den Bereichen einzuplanen, in denen gesprochen und gearbeitet wird.
Im Büro können das beispielsweise Deckensegel über Arbeitsplätzen, absorbierende Raumteiler zwischen Arbeitsbereichen oder Wandabsorber in Kommunikationszonen sein.
Im Essbereich kann eine akustisch wirksame Fläche in der Nähe des Esstisches sinnvoll sein.
Das Prinzip dahinter ist einfach:
Je gezielter wir störende Schallreflexionen behandeln, desto effizienter können Akustikmaßnahmen wirken.
Deshalb beginnt eine gute Akustikplanung nicht mit der Frage „Wo ist noch Platz?“, sondern mit der Frage:
„Wo entsteht der Schall – und welche Flächen reflektieren ihn?“
6. Teppiche, Vorhänge und Möbel sinnvoll ergänzen
Auch die Einrichtung beeinflusst die Raumakustik.
Teppiche können beispielsweise Trittschall und bestimmte hochfrequente Reflexionen reduzieren. Vorhänge helfen insbesondere vor großen Glasflächen. Polstermöbel und andere weiche Materialien bringen ebenfalls zusätzliche Absorption in einen Raum.
Das kann einen spürbaren Unterschied machen.
Allerdings sollte man ihre Wirkung nicht überschätzen.
Ein Teppich ersetzt keinen leistungsfähigen Schallabsorber, wenn die Nachhallzeit im gesamten Raum deutlich zu hoch ist. Gleiches gilt für Pflanzen, Bücherregale oder Vorhänge.
Sie sind sinnvolle Ergänzungen – bei größeren akustischen Problemen aber meist nicht die alleinige Lösung.
7. Erst den Bedarf bestimmen – dann Akustikelemente kaufen
Sie müssen nicht auf Verdacht zehn Akustikbilder bestellen und anschließend hoffen, dass es reicht.
Gerade bei größeren Räumen lohnt es sich, zunächst zu bestimmen, wie viel Absorptionsfläche tatsächlich benötigt wird.
Dafür können Raumgröße, Raumhöhe, Nutzung und vorhandene Materialien betrachtet werden. Bei komplexeren Räumen kann zusätzlich eine professionelle Akustikmessung sinnvoll sein.
So lässt sich gezielt planen:
- Wie viel Absorptionsfläche brauchen wir?
- Welche Flächen eignen sich dafür?
- Sind Wandabsorber, Deckensegel oder Raumteiler sinnvoll?
Und wie können wir die Elemente so integrieren, dass der Raum anschließend nicht nur besser klingt, sondern weiterhin gut aussieht? Bei der Akustikplanung unterstützen wir Sie gerne mit verschiedenen Angeboten.
Sie können auch unseren kostenlosen Raumakustik-Planer mit wertvollen Tipps zur Absorbermenge und Positionierung bestellen, wenn Sie selber planen möchten.
Was hilft am schnellsten gegen Hall im Raum?
Wenn Sie den Nachhall deutlich reduzieren möchten, sind hochwirksame Schallabsorber an gezielt ausgewählten Wand- und Deckenflächen in der Regel der wichtigste Hebel.
Teppiche, Vorhänge, Pflanzen und Möbel können die Raumakustik zusätzlich unterstützen. Bei deutlich halligen Räumen reichen solche Maßnahmen allein jedoch häufig nicht aus.
Dabei gilt:
Mehr Material bedeutet nicht automatisch bessere Akustik. Entscheidend sind Wirksamkeit, benötigte Fläche und richtige Platzierung.
Wie viel Schallabsorber brauche ich für meinen Raum?
Das lässt sich seriös nicht mit einer pauschalen Stückzahl beantworten.
Ein kleines Büro mit Teppichboden, Vorhängen und Polstermöbeln hat einen völlig anderen Bedarf als ein gleich großer Raum mit Fliesenboden, Glasfront und Betondecke.
Auch die Nutzung spielt eine Rolle. Ein Besprechungsraum stellt andere Anforderungen an die Sprachverständlichkeit als ein Wohnzimmer oder ein Großraumbüro.
Deshalb betrachten wir bei der Akustikplanung immer den gesamten Raum statt einzelner Produkte.
So entsteht eine Lösung, die genau dort wirkt, wo sie gebraucht wird.
Nachhall reduzieren, ohne den Raum zu verändern
Gute Raumakustik sollte man hören – aber nicht zwingend sehen.
Genau deshalb verbinden wir bei freiraum Akustik akustische Wirksamkeit mit Raumgestaltung.
Unsere Schallabsorber erreichen Absorberklasse A und lassen sich individuell in die Architektur und Gestaltung eines Raumes integrieren. Akustikbilder können mit eigenen Motiven, Kunst oder Wunschdesigns bespannt werden. Deckensegel, Raumteiler und weitere Akustikelemente ergänzen die Lösung dort, wo Wandflächen nicht ausreichen.
So müssen Sie sich nicht zwischen einem schönen Raum und guter Akustik entscheiden.
Sie können beides haben.
Ihr Raum hallt und Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen?
Dann starten Sie nicht mit dem Kauf einzelner Produkte, sondern mit Ihrem Raum.
Mit Raummaßen, einigen Fotos und Informationen zur Nutzung lässt sich bereits gut einschätzen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wie viel Absorptionsfläche Sie ungefähr benötigen.
Bei komplexeren Räumen unterstützen wir Sie von der Akustikmessung über die Planung und Gestaltung bis zur Montage.
So wird aus einem halligen Raum ein Ort, an dem Gespräche wieder angenehm klingen, konzentriertes Arbeiten leichter fällt – und man sich einfach lieber aufhält.
